Das sind die wichtigsten Knigge-Regeln

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Portrait von Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge: Er lebte von 1752 bis 1796.
Portrait von Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge: Er lebte von 1752 bis 1796. (Quelle: imagebroker/imago-images-bilder)

Das sind die wichtigsten Benimmregeln aus dem Knigge

Mittlerweile gibt es unzählige unterschiedliche Knigge-Regeln für alle Lebensbereiche. t-online hat die wichtigsten für Sie zusammengestellt:

Anrede: “Du” oder “Sie”?

Der Knigge rät dazu, auf die förmliche Ansprache zu verzichten, je besser man sich kennt. Wer aber neu in eine Gruppe kommt, soll demnach Fremde zunächst konventionell ansprechen: Doktortitel und höhere Grade werden dem Namen vorangestellt, beispielsweise “Frau Hekim Meier”. Doppelnamen werden ausgesprochen und auch Ehrentitel oder Mandate werden wie bei “Herr Bürgermeister Müller” oder “Frau Ministerin Schulz” ebenfalls genannt.

Distanz wahren – auch abseits von Pandemien

1,50 Meter Abstand zu anderen sind in der Corona-Pandemie fast zur Normalität geworden. Doch auch ohne Pandemie gibt es bestimmte Regeln dazu, wie nah wir anderen Menschen kommen sollten. So gibt es Distanzzonen, die sich in vier Bereiche einteilen lassen:

  • Die öffentliche Zone, die einen Bereich von mehr als 3,60 Meter umfasst. Sie gilt für alle Menschen, denen wir im öffentlichen Raum, beispielsweise beim Spazierengehen begegnen.
  • Die soziale Zone umfasst einen Bereich im Abstand von 1,20 bis 3,60 Metern und gilt beispielsweise für Fremde, Verkäufer, Servicekräfte oder Beamte.
  • Die persönliche Zone liegt bei 0,60 bis einem Meter Abstand und ist guten Freunden oder Kollegen vorbehalten.
  • Die intime Zone beginnt schließlich bei weniger als 60 Zentimetern Abstand und gilt nur für engste Freunde, Familie oder Partner.

Zum guten Benehmen gehört laut Knigge auch, sich an diese Abstände zu halten, damit der Gegenüber sich nicht unwohl oder bedrängt fühlt.

Allgemeine Tipps zu Essens- und Tischmanieren

Kommt es zum gemeinsamen Essen mit anderen Menschen, gibt es auch hier wieder zahlreiche Regelungen, die gutes Benehmen auszeichnen. Grundsätzlich gilt es beispielsweise immer abzuwarten, bis Sie zu etwas aufgefordert werden.

Das beginnt beim Platz nehmen und endet beim Essen. Gibt es eine Serviette, sollten Sie diese auf den Schoß legen und nicht zweckentfremden, beispielsweise zum Naseputzen.

Ladies First? Nicht immer

Frauen sollten immer vorgehen? Dieser Grundsatz gilt nicht überall. Beispielsweise beim Restaurantbesuch sollte der Mann als Erstes eintreten, um die Sicherheitslage zu prüfen. Im Restaurant selbst lässt der Mann der Frau dann aber wieder den Vortritt.

Auch beim Begrüßen sollten Sie nicht automatisch alle Frauen zuerst begrüßen. Bei größeren Gruppen empfiehlt der Knigge, der Reihe nach vorzugehen. Gibt es in einer kleinen Gruppe nur eine Frau, gilt Ladies first.

Ist jemand “Wichtigeres” dabei, wie beispielsweise Ihr Chef oder ein Bürgermeister, Minister, Pastor oder ähnliches, sollten Sie diese Person als erstes begrüßen.

Niesen: “Gesundheit” oder “Entschuldigung”?

Seit einigen Jahren empfiehlt der Knigge, dass sich jemand, der geniest hat, entschuldigen sollte. Denn möglicherweise hat er jemanden mit dem Geräusch erschreckt oder irritiert.

Menschen in der Nähe hingegen sollen dem Knigge zufolge nicht mehr wie “früher” Gesundheit wünschen, sondern das Niesen einfach ignorieren. Die Regelung ist allerdings umstritten und wird von vielen einfach nicht befolgt.

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