Dürfen Hotels und Banken Ihren Ausweis kopieren?

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Geschäfte, Hotels oder bestimmte Lokalitäten haben hingegen nicht das Recht, den Personalausweis zu sehen. Selbst dann nicht, wenn sie auf das Melde- oder das Jugendschutzrecht verweisen. Auf das Kopieren des Personalausweises oder des Reisepasses haben die Betreiber ebenfalls kein Recht, erklärt Matthias Taube, zuständig für Identitätsmanagement sowie das Pass- und Ausweiswesen im Bundesinnenministerium (BMI).

Wird der Ausweis auf Nachfrage nicht vorgezeigt, muss dessen Eigentümer wiederum mit Einschränkungen rechnen – er darf dann beispielsweise keinen Alkohol kaufen oder konsumieren.

Darf ich meinen Personalausweis kopieren?

“Grundsätzlich ist das Kopieren des Personalausweises erlaubt”, erklärt Carl Christoph Möller, Referent Datenschutz & Datensicherheit bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen (NRW), auf Nachfrage von t-online. Und ergänzt: “… wenn die Ablichtung durch den Inhaber selbst oder mit dessen Zustimmung erfolgt.” Bei der Kopie des Personalausweises muss jedoch erkennbar sein, dass es sich um eine Kopie handelt. Hierfür reicht beispielsweise der Vermerk “Kopie” auf dem Ausdruck aus.

In Hotels reicht anstelle einer Kopie des Identifikationsnachweises auch das Ausfüllen eines Meldescheins aus. In dem Formular werden dann Angaben zum Namen und zum Wohnsitz festgehalten. Der Meldeschein gilt jedoch nur für Inlandstouristen.

Aber: Anbieter von Telekommunikationsdiensten können bei Vertragsschluss die Vorlage eines amtlichen Ausweises verlangen und diesen auch kopieren, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

Darf aufgrund der Corona-Maßnahmen und zur Erleichterung der Kontaktverfolgung eine Ausweiskopie von Dritten erstellt werden?

Derzeit sieht die aktuelle Coronaschutzverordnung nicht vor, dass die Beherbergungsbetriebe, Restaurants oder Bars die Ausweise der Gäste zur Erleichterung der Kontaktverfolgung kopieren dürfen. Es kann jedoch sein, dass der Ausweis aufgrund aktuell geltender Maßnahmen zusammen mit einem negativen Coronatest oder dem Impfnachweis vorgezeigt werden muss.

Was ist bei der Kopie zu beachten?

Taube empfiehlt darüber hinaus, auf der Kopie kritische Angaben zu schwärzen. Hierzu zählen unter anderem

  • die Seriennummer,
  • der personalisierte Sicherheitsfaden,
  • die Zugangsnummer und
  • die maschinenlesbare Zone.
(Quelle: Bundesdruckerei)

Auch für Kopien, die Sie im Ausland einsetzen – beispielsweise beim Einchecken im Hotel – sollten diese Angaben unkenntlich gemacht werden.

Aber: Es gibt auch eine Ausnahme von dieser Regel. Denn im Gegensatz zu Hotels und Geschäften dürfen Banken oder Versicherungen eine ungeschwärzte Kopie verlangen, anfertigen und aufbewahren – allerdings nur für fünf Jahre. Die organisierte Kriminalität soll mit dieser Ausnahme eingedämmt und bekämpft werden.

Darf ich den Ausweis als Pfand hinterlegen?

Wer möchte, kann seinen Personalausweis oder Reisepass als Pfand hinterlegen. Dabei sollten Sie jedoch darauf achten, dass die e-ID-Funktion nicht aktiviert ist. Andernfalls könnten Kriminelle Ihren Personalausweis zur Authentifizierung im Web nutzen.

Eine Pflicht, den Personalausweis oder Reisepass als Pfand zu hinterlegen, besteht lediglich bei den zur Identitätsfeststellung befugten Behörden. Fordern Vermieter oder Leihunternehmen Sie zur Herausgabe des Passes auf, können Sie dies verweigern. Als Alternative können Sie dann einen Wertgegenstand als Pfand anbieten.

Achtung: Vor allem im Ausland sollten Sie Ihren Personalausweis oder Reisepass stets bei sich tragen und nicht als Pfand im Hotel hinterlegen oder ihn in den Zimmersafe legen, rät das BMI.

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