Erster Fall von Afrikanischer Schweinepest in Niedersachsen?

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Stand: 02.07.2022 13:56 Uhr

In Niedersachsen gibt es bei Hausschweinen einen ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest. Betroffen sei ein Betrieb im Emsland, wie Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) bekannt gab.

“Es war leider nur eine Frage der Zeit”, sagte die Ministerin am Samstagmittag während einer eigens einberufenen Pressekonferenz in Hannover. Dies sei “ein harter emotionaler Schlag für die Schweinehalter bei uns im Land”. In dem Betrieb in Emsbüren würden 280 Sauen und rund 1.500 Ferkel gehalten. Alle Tiere würden am Sonntag getötet, um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern. Es werde alles unternommen, um den Ausbruch einzudämmen.

Schweinepest im Emsland: Sperrzone um 300 Betriebe eingerichtet

Weil die Region zu den Gebieten mit dem bundesweit dichtesten Viehbestand gehört, hat das Ministerium eigenen Angaben zufolge rund um den Betrieb eine Sperrzone von zehn Kilometern eingerichtet. Diese umfasst neben Teilen des Landkreises Emsland auch Bereiche der Grafschaft Bentheim. Innerhalb der Zone ist der Transport von Schweinen zunächst verboten, zudem werden alle Bestände vorerst regelmäßig auf weitere Fälle kontrolliert. Von den Beschränkungen sind laut Ministerium rund 300 Schweinehalter mit 200.000 Tieren betroffen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass vorsorglich weitere Tiere getötet werden müssen.

Halter hatte bei Zuchtsauen Symptome bemerkt

Wie ASP in den Tierbestand eingeschleppt werden konnte, ist Otte-Kinast zufolge noch unklar. Der erfahrene Halter habe bei Zuchtsauen Symptome festgestellt und deshalb den Hoftierarzt zu Rate gezogen. Dieser habe wegen des Verdachts auf die Afrikanische Schweinepest Proben an das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) gesandt, das den Verdacht bestätigte. Am Sonnabendmorgen hat dann das für Tierseuchen zuständige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) den Befund verifiziert.

ASP erstmals 2020 in Deutschland nachgewiesen

Der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest in Deutschland war am 10. September 2020 bestätigt worden – bei einem Wildschwein in Brandenburg. Seitdem stellte man Ausbrüche in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen fest. Mitte Juli vergangenen Jahres hatte die Schweinepest hierzulande erstmals auch auf Hausschweine in Nutzbeständen übergegriffen – wieder in Brandenburg.

Keine Impfung oder Heilung für Schweine

ASP ist eine ansteckende Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung und Schuhe sowie Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für Menschen und andere Tierarten ist die Afrikanische Schweinepest harmlos.

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