Jetzt aber schnell – sonst droht Chaos

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Am meisten Interesse der Öffentlichkeit und der Politik erfuhr jedoch der Auftrag, die Wirksamkeit der Corona-Maßnahmen zu bewerten. Ausgerechnet dabei war jedoch schnell klar, dass die hohen Erwartungen nicht zu erfüllen sind.

Christian Drosten: Der Virologe hatte den Sachverständigenausschuss verlassen.
Christian Drosten: Der Virologe hatte den Sachverständigenausschuss verlassen. (Quelle: FlorianxGaertner/photothek.dex)

Der Berliner Virologe Christian Drosten verabschiedete sich genau aus diesem Grund frühzeitig aus dem Gremium. Es fehle sowohl an Zeit für eine wissenschaftliche Auswertung als auch an Personal. Für Drosten rückte Klaus Stöhr nach, der in der Öffentlichkeit oft gegensätzliche Positionen vertritt.

Selbst der Vorsitzende des Sachverständigenausschusses, Stefan Huster, kritisierte, Bundestag und Bundesregierung hätten das Gremium nach Parteienproporz besetzt und nicht nach nötigen Fachgebieten. “Für die Evaluation der einzelnen Maßnahmen war die Kommission von Anfang an zu dünn aufgestellt”, sagte der Jurist schon Anfang Mai der “Süddeutschen Zeitung”.

Warum das Vorhaben eigentlich scheitern muss

Das Kapitel des 165 Seiten langen Berichts, in dem es um die Bewertung der Maßnahmen geht, beginnt dann auch mit langen Erklärungen, warum das Vorhaben streng genommen scheitern muss.

Die eigentlich notwendigen Daten stünden “nur eingeschränkt zur Verfügung”, weshalb sich zum Teil “nur Maßnahmenbündel evaluieren” ließen – und eben nicht die Wirkung einzelner Maßnahmen.

Wie wirksam die Impfungen waren, diese Frage sparen die Experten gleich ganz aus. Aus “Gründen der Komplexität”. Und kaum etwas könnte das Grundproblem der Untersuchung wohl besser beschreiben: Nicht einmal das Impfen, das lange Zeit als “einziger Weg aus der Pandemie” galt, kann bewertet werden.

Hendrik Streeck: Der Virologe war koordinierend für die Passagen zu den Corona-Maßnahmen zuständig.
Hendrik Streeck: Der Virologe war koordinierend für die Passagen zu den Corona-Maßnahmen zuständig. (Quelle: Fabian Sommer/dpa-bilder)

Aber was denn dann überhaupt? Was die Experten überprüft haben, sind die Wirksamkeit von Lockdowns, 2G- und 3G-Regelungen, Kontaktnachverfolgung, Quarantäne, Isolation und Tests sowie Schulschließungen. Mit der Einschränkung, die nach der Vorrede kaum überrascht: Man sehe “in vielen Bereichen nicht die Möglichkeit, klare Aussagen zu treffen”, heißt es im Bericht.

Oder wie der Virologe Hendrik Streeck bei der Vorstellung sagte, der für das Kapitel koordinierend zuständig war: “Wir legen keine Tabelle vor, was richtig oder falsch ist. Wir sagen nicht, das ist gut und das ist schlecht.”

Das muss schon die Politik machen.

Was trotzdem im Bericht steht

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