Lambrecht überrascht mit Statement: "Gepard ist kein Panzer"

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Der Gepard ist der Bundeswehr zufolge jedoch in erster Linie entwickelt worden, um im begleitenden Einsatz die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. Er kann Luftziele in einer Entfernung von etwa 5.500 Metern und Bodenziele in einer Entfernung bis zu 2.000 Metern treffen.

“Der Gepard bildete zusammen mit dem Flugabwehrraketenpanzer (FlaRakPz) Roland und zuletzt dem leichten Flugabwehrsystem Ozelot das System Heeresflugabwehr der Bundeswehr”, heißt es auf der Internetseite der Bundeswehr. Nahezu bis zur Auflösung der Heeresflugabwehrtruppe vor zehn Jahren sei der Gepard in der Bundeswehr in Nutzung gewesen.

Leopard, Marder und Gepard sind also alles Panzer, sie unterscheiden sich jedoch in ihren Funktionen. Lambrecht erläuterte diese Differenzen in der Regierungserklärung jedoch nicht.

Stattdessen betonte sie, dass die Bundesregierung vorerst daran festhalte, keine “Panzer westlicher Bauart” an die Ukraine zu liefern, da dies auch andere Länder nicht täten. Einen “deutschen Alleingang” werde es in dieser Frage nicht geben, so Lambrecht. Exportanträge aus der Industrie für Leopard- und Marder-Panzer habe daher der Bundessicherheitsrat bisher nicht genehmigt.

Der Gepard (Archivbild): Er dient der Verteidigung.
Der Gepard (Archivbild): Er dient der Verteidigung. (Quelle: Björn Trotzki/imago-images-bilder)

Auf Twitter kritisierten einige Nutzerinnen und Nutzer Lambrechts Aussagen zum Gepard-Panzer: “Aber wenn es kein Panzer ist, was ist es dann?”, fragte einer. “Offensichtlich hat sich Frau Verteidigungsministerin Lambrecht noch nicht tiefer in ihr Ressort eingearbeitet”, kommentierte ein anderer.

Die Bundestagsabgeordnete Serap Güler (CDU) schrieb zu dem Vorfall auf Twitter: Der Gepard “schießt (…) nicht einfach in die Luft, sondern auf gegnerische Ziele. Und er tut dies nicht mit einem Rohr, sondern mit zwei Maschinenkanonen.” Lambrecht hatte die Gepard-Aussage getätigt, nachdem Gülers Parteikollege Florian Hahn gefragt hatte, warum Deutschland keine Marder, aber Geparden liefere.

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“Ziemlich an der Grenze dessen angelangt, was noch verantwortbar ist”

Zuvor hatte sich die Verteidigungsministerin detailliert über die deutsche Unterstützung der Ukraine beim Einsatz schwerer Waffen im Krieg gegen Russland geäußert. Nächste Woche beginne die Ausbildung ukrainischer Soldaten an dem von Deutschland zugesagten Mehrfachraketenwerfersystem Mars II, sagte Lambrecht. Nach Abschluss der Ausbildung könne das System in die Ukraine geliefert werden.

Die Bereitstellung des Mehrfachraketenwerfersystems Mars II sei “in der Vorbereitung”, sagte die Ministerin. Deutschland werde wie bereits angekündigt drei solcher Systeme bereitstellen, Großbritannien ebenfalls drei und die USA vier.

Die Raketenwerfer stammen aus Bundeswehrbeständen, ebenso wie die sieben Panzerhaubitzen 2000, deren Lieferung an Kiew die Bundesregierung zuvor bestätigt hatte. Mit Abgabe der beiden Waffensysteme sei Deutschland “ziemlich an der Grenze dessen angelangt, was noch verantwortbar ist”, wenn die Landes- und Bündnisverteidigung weiter gewährleistet werden solle, räumte Lambrecht ein. Geplant ist ihren Angaben zufolge noch die Lieferung des Luftabwehrsystems Iris-T von der Rüstungswirtschaft – und des Gepard-Panzers.

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